Wer hat Bitcoin erfunden

Bitwala Akademie

Wer hat Bitcoin erfunden

Fragst du dich woher diese Kryptowährung plötzlich kamen und welcher schlaue Kopf sie eigentlich erfunden hat?

In diesem Kapitel schauen wir auf die Umstände, die letztlich zu Erfindung von Bitcoin geführt haben und diskutieren ein paar Theorien, wer diese Kryptowährung geschaffen haben könnte.

Vorgeschichte

Auch zehn Jahre nach der Veröffentlichung des Bitcoin-White Papers, konnte die wahre Identität ihres Autors noch immer nicht gelüftet werden. Ohne konkrete Beweise, bleiben jedoch weiterhin nur die Theorien, ob es zum Beispiel nur eine Person oder eine Gruppe war.

Es lassen sich immerhin bestimmte Akteure und Meilensteine präzisieren, die maßgeblich zur Schaffung von Bitcoin geführt haben. Bereits in den frühen 1990er Jahren gab es erste Versuche virtuelle Währungen einzuführen.

Subscribe!
Wissenshappen in Satoshi-Größe
Wir schicken dir per Mail einen kurzen Guide zu und zeigen dir, wie du dein neues Wissen anwendest.

Pioniere der virtuellen Währungen

1989 wurde DigiCash von David Chaum entwickelt und brachte eine erste wegweisende Technologie für Online-Zahlungen hervor. Ecash und Cyberbucks nutzten diese Technologie, welche mit blinden Signaturen arbeitete. Obwohl die Technologie von DigiCash nicht erfolgreich wurde, war sie doch Wegbereiter für folgende Innovationen für Online-Zahlungen.

In den 1990er Jahren fand sich eine Gruppe von Enthusiasten zusammen, die sich selbst als Cypherpunks bezeichnen. Sie teilten ihre Ideen und geschriebenen Code auf einer Mailingliste und gaben sich gegenseitig Feedback, um gemeinsam ihre Ziele zu erreichen. Diese Arbeit trug unmittelbar dazu bei, dass ihr Traum von einer sicheren, anonymen und unabhängigen Wertanlage Wirklichkeit werden sollte.

Julian Assange (Gründer von WikiLeaks und Herausgeber geheimen Informationen) ist vielleicht einer der bekanntesten Cypherpunks (neben Satoshi). Trotz der Schritte der US-Regierung, die traditionelle Finanzierung von WikiLeaks zu blockieren, konnte die Organisation, mithilfe von Spenden in Bitcoin, ihre Arbeit fortsetzen.

Erstellen von Blocks

Vor der Erfindung von Bitcoin, gab es bereits einige Versuche, die sich mit dem Konzept des Proof-of-Work und der Theorie von Kryptowährungen befassten.

Wei Dai, ein Computeringenieur in der Cypherpunk-Mailingliste, arbeitete als erstes die theoretischen Grundlagen einer Kryptowährung aus, er beschrieb dort ein anonymisiertes, dezentralisiertes, elektronisches Geldsystem.

Dai stellte zwei Vorschläge an Protokollen vor, die den Bitcoin-Vorgänger B-Money beschrieben. Darin stellte er Überlegungen zum Einsatz von kryptografischen Proof-of-Work-Lösungen an, die das Geld selbst erstellen und auch die Transaktionen ermöglichen. Der Kern seiner Arbeit definiert sich durch die Absicht, die zentralen Behörden, die für gewöhnlich Fiatgeld ausgeben, zu überwinden und eine Bewegung des neuen Geldes anzustoßen.

Im Zuge weiterer Cypherpunk-Innovationen trug Hal Finney 2004 seine Arbeit dazu bei. Er nahm die frühere Arbeit von Adam Beck, bzgl. Proof-of-Work (Hashcash), auf und veröffentlichte ein Konzept für einen wiederverwendbaren Proof-of-Work.

2005 wurde von Nick Szabo ein Vorschlag für Bit-Gold veröffentlicht. Er schlug eine digitale Lösung zur Wertanlage (Wertspeicher) vor. Der wiederverwendbare Proof-of-Work von Finney, war darin enthalten. Das Hauptziel war jedoch Werte speichern zu können, ohne dabei auf die Hilfe von Dritten angewiesen zu sein.

Nachdem die eben genannten Grundlagen, ein dezentralisiertes Währungssystem zu schaffen, erarbeitet wurden, stellte im Jahr 2008 Satoshi Nakamoto schließlich das Whitepaper zu Bitcoin in der Cypherpunk-Mailingliste vor.

“Eine reine Peer-to-Peer-Version von elektronischem Geld, würde es ermöglichen Online-Zahlungen direkt von einer Partei zu anderen zu senden, ohne dabei ein Finanzinstitut zu durchlaufen.”

Bitcoin entstand zu einem besonderen Zeitpunkt. Aufgrund der weltweiten Finanzkrise, hatten die Menschen das Vertrauen in ihre Finanzbehörden verloren und weitere Angst machte sich breit. Die Menschen sollten also erfahren, dass es mit Bitcoin eine transparente Alternative gibt.

Damals konnte man vielleicht erst erahnen, dass Satoshis Idee das weltweit akzeptierte Verständnis vom Finanzsystem, für immer erschüttern würde.

Wer hat wirklich Bitcoin erfunden?

Trotz der weltweiten Anerkennung und Wertschätzung von Bitcoin, hat Satoshi seine Identität nicht preisgegeben. Doch das hat die weiteren Spekulationen über seine Person nicht gestoppt. Wer ist die Person hinter dem Bitcoin-Code? Wir möchten einige Schlüsselakteure vorstellen.

Hal Finney

Hal Finney arbeitete eng mit Phil Zimmerman, dem Mann hinter PGP - Pretty Good Privacy (ein Verschlüsselungsprogramm zum Datenaustausch), zusammen. Er war außerdem einer unter den Ersten die Satoshis Vorschlag auf der Mailingliste entdeckten.

Er bot sich an, die ersten Bitcoin zu minen und er bekam auch, im Laufe eines Tests, die ersten Bitcoin von Satoshi gesendet. Finney ist somit der erste identifizierbare Bitcoin-Pionier. Er beteiligte sich nachweislich, in den frühen Phasen, an der Verbesserung des Bitcoin-Codes auf BitcoinTalk.

Finney war stark vom Bitcoin-Protokoll überzeugt und er erkannte früh das darin liegende Potenzial. Diese frühe Überzeugung und seine wertvollen Beiträge als Cypherpunk führten dazu, dass viele ihn hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto vermuten.

Dorian Satoshi Nakamoto

Es gab Theorien, die versuchten, Finney mit einem japanisch-amerikanischen Mann namens Dorian Satoshi Nakamoto zu verbinden. Dorian, der nur zwei Blocks von Finney entfernt wohnte, wurde verdächtigt der Gründer von Bitcoin zu sein und mit Finney zusammenzuarbeiten. Letzteres wurde aufgrund der unmittelbaren Nähe ihrer Häuser angenommen. Sowohl Dorian als auch Finney haben die Behauptungen, die Erfinder von Bitcoin zu sein, bestritten.

Nick Szabo

Die Möglichkeit, dass Szabo, ein mysteriöse Kryptowährungsexperte und Erfinder von Bit Gold, der Schöpfer von Bitcoin ist, wurde gründlich untersucht. Er wurde aufgrund seiner zurückliegenden Arbeiten, die zuletzt zur Realisierung von Bitcoin führten, verdächtigt hinter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto zu stehen. Tatsächlich waren die Parallelen zwischen den Inhalten ihrer Arbeiten (Protokolle) sowie die darin zu findende Implementierung von Mathematik und Kryptographie erschreckend ähnlich.

Selbst Kollegen eines Bitcoin-Startup von Szabo bemerkten seinen immensen Wert und kamen zu dem Schluss, dass er entweder der Schöpfer von Bitcoin oder zumindest einer der Begründer der Kryptowährung gewesen sein muss.

Darüber hinaus zeigten detaillierte Nachforschungen, die von forensischen Sprachexperten als auch vom Forscher Skye Grey durchgeführt wurden, die hohe Wahrscheinlichkeit, dass Szabo Satoshi sei. Die vom forensischen Team durchgeführte Forschung verglichen das Bitcoin-Whitepaper mit den Schriften von elf Satoshi-Verdächtigen, darunter Dorian Satoshi Nakamoto und Hal Finney.

Die Gruppe stellte fest, dass die Schreibweisen von Szabo und Satoshi wiederholt Ähnlichkeiten in Bezug auf Formulierung und Wortwahl hatten. Desweiteren fanden sie heraus, dass die gleiche Software (Latex) zum Bearbeiten von Open-Source-Dokumenten, von Szabo in all seinen Schriften und von Satoshi für das Whitepaper verwendet wurde.

Grey’s Forschung stellte auch klare Zusammenhänge zwischen ihren Schreibweisen fest. Darüber hinaus fand Grey auffällig, dass Bit Gold im Bitcoin-Whitepaper nicht erwähnt wurde, obwohl Szabos vorherige Arbeit an Bit Gold für die Krypto-Community bedeutende Beiträge leistete. Jedoch wurden im Whitepaper die Projekte wie B-Money, HashCash und andere relevante Meilensteine gewürdigt.

Die Ergebnisse der Sprachforschung, zur Aufdeckung des Satoshi-Mysteriums, erwiesen sich als “unbestreitbar”. Anhand seiner wertvollen Arbeit für die Krypto-Community und den Expertenanalysen, mag es letztendlich so ausgesehen haben, als wäre die Person hinter Bitcoin gelüftet worden. Szabo selbst wollte davon jedoch nichts wissen und leugnete schließlich die Behauptungen, er sei Satoshi.

Subscribe!
Wissenshappen in Satoshi-Größe
Wir schicken dir per Mail einen kurzen Guide zu und zeigen dir, wie du dein neues Wissen anwendest.

Craig Wright

Wright wurde auch als ein weiterer möglicher Satoshi-Kandidat angesehen. Im Gegensatz zu den anderen Verdächtigen trat er 2016 jedoch selbst in die Öffentlichkeit, um sich zu bekennen, dass er Satoshi sei. Basierend auf vorläufigen Beweisen, die Wright zur Verfügung stellte, zweifelten einige sofort an seinen Aussagen. Während andere, darunter der Bitcoin-Entwickler Gavin Andresen, seinen Behauptungen Glauben schenkten und ihm keine bösartige Absicht unterstellen.

Wright machte große Behauptungen. Er versprach im Besitz der kryptographischen Schlüssel von Satoshis zu sein, mit denen er Bitcoin aus den ersten Blöcken der Blockchain transferieren könne. Die Möglichkeit, eine solche Transaktion durchzuführen, wäre ein konkreter Beweis für seine Behauptungen. Doch Wright zog sich aus den Untersuchungen zurück.

Wright entschuldigte sich für sein falsches Verhalten und der zögernden Mitarbeit an den Untersuchungen. Er erklärte, dass er nicht mehr “den Mut dazu hatte” diese Bitcoin-Transaktion durchzuführen.

Was wissen wir über Satoshi?

Am Ende wissen wir es nicht genau. Solange es nur Spekulationen gibt, können wir einfach nicht sagen, wer Satoshi ist, bis er sich selbst zu erkennen gibt oder die NSA ihre Schlussfolgerungen zu Satoshi veröffentlicht.

Warum sollte er anonym bleiben?

Es gibt verschiedene Gründe, warum Satoshi seine Identität geheim halten wird. Es stellt letztendlich eine Gefahr dar, der Gründer einer so weltweit disruptiven, digitalen Währung und Technologie zu sein.

Im Kern ist Bitcoin frei von staatlicher Kontrolle und wird von den Gesetzgebern, die es als Werkzeug für illegale Aktivitäten betrachten, stark hinterfragt.

Bitcoin soll ein auf die Community fokussiertes, dezentrales Netzwerk sein, in dem die Teilnehmer die Macht und Kontrolle haben, es mitzugestalten. Das Konzept des kryptographischen Beweises (Proof-of-Work) wurde entwickelt, um die Notwendigkeit eines vertrauenswürdigen Dritten beim Tausch von Werten (z. B. Bitcoin) zu überwinden. So könnte die Anonymität von Satoshi als etwas Logisches angesehen werden, gerade wegen der Anonymität, auf der Bitcoin-Transaktionen beruhen.

Bitcoin entstand nicht als plötzliche Anomalie, sondern ist eine Glanzleistung der Arbeiten von vielen Cypherpunks, eine digitale Zahlungsmöglichkeit mit Schutz der Privatsphäre zu erschaffen.

Abschließend lässt sich sagen, dass die anhaltende Anonymität von Satoshi, den bereits großen Einfluss von Bitcoin und seiner Blockchain-Technologie auf die Gesellschaft, wie wir sie kennen, nicht beeinträchtigt.

Subscribe!
Wissenshappen in Satoshi-Größe
Wir schicken dir per Mail einen kurzen Guide zu und zeigen dir, wie du dein neues Wissen anwendest. Bitte schau in deinen Mails nach und bestätige deine Anfrage.