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Was ist Bitcoin?

Was ist Bitcoin? Wie funktioniert das Internetgeld? Wo kommt es her und wie kann es genutzt werden? Diese und weitere im Zusammenhang stehende Fragen beantworten wir im Folgenden.

Die Bitcoin Entstehungsgeschichte

Geht es um Bitcoin, ist die vermutlich wichtigste Frage: Was ist Bitcoin? Eine kurze Frage, die einer umfangreichen Antwort bedarf. Wir werden uns an dieser Stelle mit dem Wesentlichen befassen.

Bitcoin ist eine digitale Währung, die durch Satoshi Nakamoto in einer acht seitigen Abhandlung erstmals vorgestellt wurde. Diese Abhandlung, auch Whitepaper genannt, trägt den Titel “Bitcoin: A Peer-to-Peer Electronic Cash System“ und beschreibt die wesentlichen Eigenschaften der neuen Währung (https://bitcoin.org/bitcoin.pdf). Der Autor – Satoshi Nakamoto – hat sich bis heute der Öffentlichkeit fern gehalten. Bereits Anfang 2011, nur zweieinhalb Jahre nach der Veröffentlichung des Whitepapers, zog sich Satoshi aus jeglichen Online-Foren zurück.

Bis heute ist ungewiss, ob es sich bei Satoshi um eine Einzelperson oder eine Gruppe von Gleichgesinnten handelt. Allerdings ist bekannt, dass die allerersten Bitcoin von Satoshi selbst erstellt worden sind und auch die erste Bitcoin-Überweisung von einem der Wallets transferiert wurde. Der Empfänger dieser Überweisung war Hal Finney. Selber einer der ersten Bitcoin-Nutzer, stand Hal Finney in regelmäßigem Austausch mit Satoshi und unterstützte Bitcoin in seiner Anfangszeit.

Es vergingen einige Monate bis Bitcoin (BTC) tatsächlich das erste Mal als Zahlungsmittel verwendet wurde. Es war der 21. Mai 2010 als Laszlo Hanyecz 10,000 BTC für zwei Pizzen an den Lieferanten zahlte. Zuvor hatte er eine entsprechende Anfrage in einem Online Forum gepostet. Verglichen mit heutigen Preisen, wären dies wohl die teuersten Pizzen der Geschichte. Der erste Schritt auf dem Weg zur weltweit genutzten digitalen Währung war getan.

Kurz darauf eröffnet mit MtGox die bis dato erste Börse für den Onlinehandel mit Bitcoin. Worauf in den folgenden Monaten die gesamte Marktkapitalisierung der existierenden Bitcoins über die eine Millionen US-Dollar klettert. Den damaligen Höhepunkt fand Bitcoin Ende 2013 als der Preis die 1,000-USD-Marke durchbrach. In den kommenden Jahren wurde Bitcoin als Zahlungsmittel von einer steigenden Zahl von Einzelhändlern mit Online-Auftritten akzeptiert. Selbst größere Firmen wie Microsoft und Dell akzeptierten ab Ende 2014 Bitcoin für verschiedene Dienste.

Bitcoin hatte sich als funktionierende digital Währung bewiesen und ist nicht greifbar, da sie nur virtuell existiert. Geschaffen wurde das System, um weltweit Werte direkt und ohne Mittelsmann austauschen zu können. Es gibt kein Unternehmen, das Bitcoin kontrolliert oder vermarktet.

Blockchain – die Technologie, die Bitcoin möglich macht

Um die Frage “Was ist Bitcoin?” vollständig zu beantworten, muss sich die Antwort immer auch der Blockchain widmen. Die Blockchain ist das technische System, welches Bitcoin zugrunde liegt und dessen Funktion überhaupt erst ermöglicht. Diese besondere Blockchain ist die Technologie, die Bitcoin von früheren Internetwährungen unterscheidet. Die besondere Funktionsweise dieser Technologie hat das Potenzial das Internet und alle darauf basierenden Daten- und Kommunikationswege zu revolutionieren.

Anders als die Bezeichnung Blockchain vermuten lässt, besteht eine Blockchain nicht nur aus einer Kette (chain) aus Blöcken (block), vielmehr ist die Blockchain ein System, das Datensätze an einen Zeitpunkt koppelt und diese einer öffentlich einsehbaren Historie zufügt. Diese Historie ist auf tausenden Computern weltweit gespeichert und eine Änderung bzw. eine aktualisierte Historie wird zeitgleich von allen Teilnehmern gespeichert.

Die Bitcoin Blockchain speichert für eine Transaktion den Sender, den Empfänger, den versandten BTC Betrag und den Zeitpunkt. Diese Daten werden auf ihre Gültigkeit überprüft. Da alle Computer gleichzeitig prüfen, kann ein Betrug fast gänzlich ausgeschlossen werden. Ist eine Transaktion geprüft und bestätigt, wird sie der Historie angefügt. Einmal an diese angehängt, ist die Transaktion Teil der Blockchain und somit unveränderbar.

Neben der Unveränderbarkeit von bereits getätigten Transaktionen kennzeichnet sich die Blockchain durch zwei weitere wesentliche Eigenschaften. Die Bitcoin Blockchain ist “dezentral” und Überweisungen werden “peer-to-peer” also direkt von Nutzer zu Nutzer durchgeführt. Anders als bei traditionellen Währungssystemen gibt es bei der Blockchain keine zentrale Instanz, die das System kontrolliert. Es gibt nicht ein einzelnes Zentrum, sondern alle teilnehmende Computer ergeben ein weltweites Netzwerk aus Datenspeichern. Aufgrund der Dezentralität gilt die Blockchain sicherer als zentrale Systeme. Im Vergleich zu herkömmlichen Banküberweisungen werden Transaktion “peer-to-peer” übertragen. Das bedeutet, dass Transaktionen deutlich günstiger und vor allem schneller durchgeführt werden können. Eine Bitcoin Transaktion gilt als durchgeführt, sobald diese zur Blockchain hinzugefügt wurde. Ist die Überweisung getätigt, wird ein einzigartiger Hash erstellt. Ein Hash ist eine lange Folge aus unterschiedlichen Zeichen, welcher sich aus dem gespeicherten Datensatz ergibt. Durch einen Hash kann ähnlich wie durch eine Überweisungsreferenz, auf die Transaktion verwiesen werden.

Wallets – die Konten der Blockchain Welt

Um Bitcoin nutzen zu können, wird eine sogenannte Bitcoin Wallet benötigt. Mit einer Bitcoin Wallet kann Bitcoin gehalten, empfangen und transferiert werden. Das wichtigste Element einer Wallet ist der sogenannte “Private Key” bzw. der private Schlüssel. Der private Schlüssel ähnelt einem Passwort. Dieses Passwort wird verwendet, um eine Bitcoin Wallet Adresse, den sogenannten “public key” oder öffentlichen Schlüssel, zu erstellen. Über die Wallet Adresse können Bitcoins empfangen werden und um empfangen Bitcoins zu versenden, muss eine Transaktion mit dem Private Key bestätigt werden.

Eine Bitcoin Wallet ist sozusagen der Ort, an dem Passwort und Wallet Adresse zusammen kommen. Wer Zugriff auf beide Schlüssel hat, kann auf die Wallet und somit die gehaltenen Bitcoins zugreifen. Je sicherer die Schlüssel aufbewahrt werden, desto sicherer ist auch der gehaltene BTC Betrag. Eine Methode, eine Wallet zu sichern, ist die Adresse und das Passwort auf Papier zu schreiben und dieses gut zu verstecken. Für den alltäglichen Gebrauch von Bitcoin eignet sich eine Wallet App. Mit einer Wallet App bleibt man mobil und kann je nach Bedarf mit den eigenen Bitcoins bezahlen oder diese transferieren.

Was ist Bitcoin heute und wie wird er angewendet?

Bitcoin wird oft anhand des aktuellen Preis in Euro oder US-Dollar gemessen. Finanzstarke Investoren und Spekulanten haben besonderen Einfluss auf die Bewertung von Bitcoin. Auf speziell für digitale Währungen zugeschnittenen Börsen, kann Bitcoin gegen andere Kryptowährungen gehandelt werden. Viele der Kryptowährungen, die nach Bitcoin erstellt worden sind, können nur mit Bitcoin gekauft oder gegen Bitcoin verkauft werden.

Auf unterschiedlichen Online Plattformen wird neben den bekannten Zahlungsmethoden immer häufiger auch Bitcoin akzeptiert. Neben großen Unternehmen wie Microsoft, Zynga, Overstock oder Shopify, die bestimmte Produkte und Dienstleistungen gegen Bitcoin anbieten, gibt es eine vielzahl kleinerer Händler, die Bitcoin akzeptieren. Der in Berlin ansässige Lieferdienst “Lieferando” ermöglicht seit Sommer 2017 das bezahlen mit Bitcoin.

In Städten wie Moskau und Berlin kann bei verschieden Einzelhändlern und Restaurants mit Bitcoin bezahlt werden. Über die letzten Jahre ist ein steter Anstieg an Akzeptanzstellen zu erkennen. Auch die Möglichkeiten Bitcoin per Banküberweisung oder per Kreditkarte zu kaufen, haben sich vermehrt. Die Zeichen für weitere Ausbreitung des Bitcoin als alternatives Zahlungsmittel sehen vielversprechend aus.